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Rund zwei Jahre nach dem „soundberaubenden“ Auftakt der Harley-Davidson „LiveWire“, dem ersten elektrischen Motorrad des Herstellers aus den USA, ziehe ich eine Bilanz zu E-Mobilität bei Motorrädern und bevorzuge weiterhin den Verbrennermotor.

Wie ist der Status Quo?

Motorräder mit elektrischem Antrieb sind auch im Jahr 2023 kaum verbreitet. Die Entwicklungen und Wünsche hingegen sind auf einem guten Weg und Motorradfahrer profitieren vom Fortschritt bei den vierrädrigen Fortbewegungsmitteln. Die Lithium-Ionen-Akkus erlauben den Fahrern mittlerweile weitere Strecken. Auch Abmessungen und Wartung solcher Akkus gestalten sich deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren. Dennoch bleiben einige Fragen unbeantwortet und manche Probleme ungelöst.

Erreiche ich die nächste Ladesäule?

Auch wenn der Ausbau der Ladesäulen auf der Agenda der Bundesregierung steht, sind solche Stationen immer noch nicht flächendeckend verbreitet. Der Ausbau der Ladesäulen gleicht eher einem Flickenteppich. Aktuelle Reichweiten der elektrisch angetriebenen Zweiräder werden von den Herstellern mit 100 – 200km angegeben. Dies ist auch abhängig von der maximalen Beschleunigungsfähigkeit des Motorrades. Je aggressiver der Start an der Ampel, desto mehr Strom wird verbraucht. Ein schneller Start gehört für viele zum Spaß dazu.

Bekomme ich finanzielle Unterstützung?

Neben Ladesäulen und Reichweite, wäre eine liebgemeinte Unterstützung durch den Staat sehr schmackhaft. Politik und Wirtschaft haben seit beim Elektro-Gipfel im Mai 2010 mit Kaufprämien und Erlassungen gekämpft, damit mehr Elektrofahrzeuge erworben und zugelassen werden. Zweirädrige E-Mobile wurden für diese Zuschüsse nicht berücksichtigt. Eine Kaufprämie für Elektromotorräder gibt es in Deutschland derzeit jedenfalls nicht.

Platzhirsch oder Nische?

Harley Davidson bildet bis hierhin die Ausnahme, denn die namhaften Hersteller z.B. BMW (DE), Kawasaki (JAP), Ducati (IT), entwickeln und testen fleißig, aber stellten bis jetzt noch kein rein elektrisches Serienmodell vor. So bleibt das elektrisch angetriebene Motorrad nach wie vor ein Nischenprodukt von Nischenherstellern oder haben Sie schon mal von „Energica“ oder „RGNT Motorcycle“ gehört? Von Harley-Davidson ganz sicher.

E-Mobilität bei Motorrädern – Meinung der Fahrer

Wechseln wir nun zum Abschluss in die Praxis zum Beispiel zum Münchner Motorrad Club „MotoMunich“. Dieser Club allein zählt schon über 250 Mitglieder – nur im Raum München und Umgebung. Ich habe hier eine Umfrage gestartet und gefragt, wer bereits elektrisch unterwegs ist und wer überlegt, sich ein elektrisches Gefährt zu kaufen. Die Antwort: niemand. Die Überlegung zum Kauf ist auch nicht gegeben. Es scheitert zumeist am Geld, aber auch, kaum überraschend, am Sound.

Brumm statt Summ!

Neben dem Fahrspaß gehört eine anständige Unterhaltung für die Ohren für viele Motorradfahrer schlichtweg dazu – mich eingeschlossen. Die Grenze zwischen „Musik“ und Lärm ist fließend und individuell zu betrachten. Komplett auf Sound können wir allerdings (noch) nicht verzichten.

 

Quellen:

motomunich | Instagram, Twitch | Linktree

 

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