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Sony glänzt mit aktiver Lärmkompensation – Bose setzt weiterhin auf Tragekomfort

Bose quietcomfort 35 II vs. Sony wh-1000xm2. Welches Flaggschiff überzeugt im Test?

Kabellose Kopfhörer mit aktiver Lärmkompensation (ANC) werden bei Großstädtern immer beliebter. Wer sich für solche Kopfhörer interessiert, der kommt bei seiner Kaufentscheidung an zwei Modellen nicht vorbei. Die Rede ist von den aktuell marktführenden Flaggschiffen von Sony (wh-1000xm2 für 379 Euro) und Bose (quietcomfort 35 II für 379 Euro). Selbstverständlich waren die beiden Flaggschiffe auf der diesjährigen Kopfhörer-Messe „CanJam“ in München vertreten. Diese Gelegenheit nutzte ich, um die beiden Modelle auf Klang, Design und aktive Lärmkompensation zu prüfen. Der folgende Testbericht soll zukünftigen Käufern die Kaufentscheidung zwischen den beiden Geräten erleichtern.

Design, Materialverarbeitung und Bedienung des Bose quietcomfort 35 II

Der Bose quietcomfort 35 II ist komplett schwarz. Die einheitliche Farbe lässt den Kopfhörer eher wuchtig wirken, sodass er auf dem Kopf etwas größer aussieht, als sein direkter Konkurrent. Trotzdem überzeugt der Kopfhörer durch sein Design. Wie vom Hersteller Bose erwartet, ist die Verarbeitung hervorragend. Die Scharniere zum Klappen und Drehen der Ohrmuscheln sind gut verarbeitet und bewegen sich geräuschlos. Die Ohrpolster sind aus einem weichen, lederähnlichen Material verarbeitet. Das Polster am Kopfhörerbügel ist sehr weich und fördert dadurch den Tragekomfort. Der Kopfhörer ist angenehm zu tragen, wodurch selbst nach mehreren Stunden Musikgenuss kein Druckgefühl auf den Ohren entsteht.
Zur Bedienung setzt der Bose-Kopfhörer ausschließlich auf haptische Tasten. Die Bedienung von Lautstärke, Wiedergabe sowie Ein- und Ausschalten des Gerätes erfolgen über die Tasten an der rechten Ohrmuschel. Die Tasten haben einen guten Widerstand und die Bedienung ist unkompliziert.

Design, Materialverarbeitung und Bedienung des Sony wh-1000xm2

Der Sony wh-1000xm2 wird ebenfalls in einem klassischen Schwarz ausgeliefert. Der Kopfhörerbügel in hellerem Anthrazit wirkt modern und elegant. Die Verarbeitung des Kopfhörers lässt keine negative Kritik zu. Auch die Scharniere, die zum Falten des Kopfhörers dienen, bewegen sich geräuschlos und flüssig. Die Ohrpolster sind aus einem lederähnlichen Material gefertigt und lassen sich bei Bedarf austauschen. Im Vergleich zum Bose-Kopfhörer sind die Ohrpolster jedoch straffer und können deshalb einen härteren Eindruck hinterlassen. Das gepolsterte Oberteil am Kopfhörerbügel besteht aus demselben Material, ist aber deutlich weicher als die Ohrpolster.
Im Vergleich zum Bose-Kopfhörer besitzt der Sony-Kopfhörer nur zwei haptische Tasten. Diese dienen sowohl dazu, das Gerät ein- und auszuschalten als auch die aktive Geräuschunterdrückung zu regulieren. Die restliche Bedienung erfolgt durch Touch-Gesten. Ähnlich wie beim Smartphone lassen sich Lieder, Lautstärke und Wiedergabe durch Wischen über die rechte Ohrmuschel steuern.

Ausgewogener Klang mit schwächelndem Bass beim Bose quietcomfort 35 II

Der Bose quietcomfort 35 II hat in allen Frequenzbereichen einen sehr ausgewogenen und warmen Klang. Die Höhenwiedergabe sticht besonders hervor, denn sie klingt angenehm, klar und nicht störend. Die Höhen sind ausgewogen und klingen über verschiedene Musikgenres nahezu identisch. Auch der mittlere Frequenzbereich wirkt nicht übertont, ist aber trotzdem präsent. Der Bose erreicht bei zehn Hertz seinen niedrigsten Frequenzgang. Damit klingen die Bässe zwar satt und ausgeprägt, jedoch nicht so wuchtig wie beim Sony-Kopfhörer. Aus diesem Grund kann der Bose-Kopfhörer basslastige Titel Trotzdem bilden alle Frequenzbereiche vereint einen zufriedenstellenden Gesamtklang.

Überzeugender Klang und wuchtiger Bass beim Sony wh-1000xm2

Im Vergleich zum Bose-Kopfhörer liefert der Sony wh-1000xm2 ebenfalls eine rundum stimmige Leistung ab. Er klingt sehr ausgewogen und deckt das gesamte Spektrum von tiefen Bässen bis hin zu transparenten Höhen in überzeugender Art und Weise ab. Der Hochtonbereich bietet eine schöne Auflösung und Transparenz, ohne dabei störende Härten wiederzugeben. Die Mitten glänzen durch ihre Ausgewogenheit, Wärme und ihren Realismus. Die Bässe werden mit einem kräftigen Pegel reproduziert, da der Kopfhörer seinen niedrigsten Frequenzgang erst bei vier Hertz erreicht. Sie klingen . Mit seinem hohen Detailreichtum im Gesamtklang eignet sich der Kopfhörer uneingeschränkt für alle Musikgenres. Es ist ein hochwertiger Kopfhörer, der kaum Schwächen zeigt.

Zuverlässige Lärmkompensation beim Bose quietcomfort 35 II

Als Erfinder der Technologie ist Bose das führende Unternehmen hinsichtlich der aktiven Lärmkompensation. Aus diesem Grund ist es nicht besonders überraschend, dass die aktive Geräuschunterdrückung des Bose quietcomfort 35 II überzeugt. Schaltet man diese Funktion ein, dann schirmt man sich von seiner Umwelt komplett ab. Störende Turbinengeräusche beim Reisen mit dem Flugzeug oder der laute Berufsverkehr im Alltag verschwinden. Stimmen sind nur noch gedämpft wahrnehmbar. Der Bose-Kopfhörer arbeitet hierbei sehr zuverlässig und filtert den Großteil aller störenden Geräusche raus. So kann man seine Musik völlig ungestört in lauten Umgebungen genießen. Auch wenn man die aktive Geräuschunterdrückung auf die höchste Stufe stellt, entsteht auf dem Ohr kein unangenehmes Druckgefühl. Befindet man sich bei eingeschalteter Lärmkompensation in einem ruhigen Raum, ist jedoch ein leises Grundrauschen zu vernehmen. Diesen Kritikpunkt kann man aber vernachlässigen, da die aktive Lärmkompensation nur in lauten Umgebungen verwendet wird.

Adaptive Lärmkompensation überrascht beim Sony wh-1000xm2

Obwohl Sony nicht der Marktführer hinsichtlich der aktiven Lärmkompensation ist, überrascht die Zuverlässigkeit der Funktion beim Sony-Kopfhörer. Verglichen mit dem Bose-Kopfhörer ist die aktive Geräuschunterdrückung des Sony-Kopfhörers flexibler und passt sich der Geräuschkulisse im Hintergrund automatisch an. Erstaunlich hierbei ist, wie zuverlässig dies funktioniert. Sobald man aus dem Bus aus- und in die U-Bahn einsteigt, passt sich die aktive Lärmkompensation innerhalb weniger Sekunden automatisch an die neuen Hintergrundgeräusche an. Mit dieser adaptiven Lärmkompensation hebt sich der Sony-Kopfhörer von seiner Konkurrenz ab. Auch bei diesem Kopfhörer tritt kein unerwünschtes Druckgefühl auf, selbst nach stundenlanger Benutzung. Bei ruhiger Umgebung ist ein minimales Grundrauschen zu hören, wenn die aktive Lärmkompensation eingeschaltet ist.

Fazit

Der Bose quietcomfort 35 II und der Sony wh-1000xm2 sind ebenbürtig. Beide Geräte überzeugen in allen Kategorien und sind in ihrer Gesamtleistung nahezu identisch.
Dennoch ist anzumerken, dass die aktive Lärmkompensation des Sony-Kopfhörers  die des Bose-Kopfhörers in seiner Leistung und Flexibilität übertrifft. Dafür punktet der Bose-Kopfhörer beim Tragekomfort. Durch sein
Letztendlich entscheiden persönliche Präferenzen über die Wahl des Produktes. Wer lange reist und daher großen Wert auf guten Tragekomfort legt, sollte zum Bose quietcomfort 35 II greifen. Wer hingegen auf innovative und zuverlässige Lärmkompensation sowie allgemein besseren Klang setzt, ist mit dem Sony wh-1000xm2 besser bedient.

Datentabelle

Foto: Stefan Mitic