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Über 50 Freiwillige, darunter Mitarbeiter und Studenten der Hochschule Landshut, stellen Gesichtsschutzschilder für den Zivilschutz per 3D-Drucker her. Diese Gesichtsschilder schützen Krankenwagenfahrer, Ärzte und Pflegepersonal in ihrem Umgang mit Covid-19 infizierten Personen.

Aufgrund der aktuell Corona-Pandemie bat der Zivilschutz die Hochschule Landshut um Mithilfe: Es fehlten 2.000 Gesichtsschutzvisiere, die beispielsweise in Krankenhäusern oder Testzentren benötigt werden. Die Konstruktion fungiert als Spritzschutz für Personen, die mit Covid-19 Infizierten in Kontakt kommen.

Ein Visier besteht aus zwei Rahmenteilen, einem Gummiband und einem Plexiglasschild. Die Herstellung der Rahmenteile ist mit dem 3D-Drucker möglich. Um das Ziel von 2.000 Gesichtsschutzschildern schnell zu erreichen, nutzten Mitarbeiter der Hochschule Landshut das eigene 3D-Drucklabor. Auch Studenten, die Zugang zu einem 3D-Drucker haben, stellten Rahmenteile her.

Schnelles und unkompliziertes Handeln

Die Organisation der Hilfeaktion verlief zunächst per E-Mail und später über eine Online-Plattform. Hochschulpräsident Fritz Pörnbacher, der Beauftragte des 3D-Drucklabors, Norbert Babel und der Ansprechpartner des Katastrophenschutzes Florian Suttor leiteten alle Informationen an die freiwilligen Helfer weiter. So wurden beispielsweise die genauen Maße und der Aufbau der Rahmenteile über ein kostenloses Datenmodell zur Verfügung gestellt.

Suttor informierte die Studenten und Mitarbeiter über die Materialien, die zu verwenden sind. Um den aktuellen Fortschritt der Hilfeaktion zu dokumentieren, wurde eine Liste erstellt. Die Helfer gaben darin an, wie viele Rahmenteile schon hergestellt wurden. Dadurch war die Anzahl der noch benötigten Rahmen zu jeder Zeit abrufbar.

Auch externer Student hilft mit seinem 3D-Drucker

Auch ein Student der Hochschule München wirkte bei dieser Hilfeaktion mit. Der Maschinenbaustudent Daniel Bürger erfuhr über seinen Freund Dominik Sinseder, einem Studenten der Hochschule Landshut, von der Aktion. Aktuell beschäftigen sich die beiden Studenten mit ihren Abschlussarbeiten, die 3D-Druck beinhalten.

Für die beiden Studenten sei es selbstverständlich, in so einer Situation zu helfen. „Wir haben die Möglichkeit, mit relativ wenig Aufwand etwas zu bewirken“, so Daniel Bürger. Die Arbeit mit dem 3D-Drucker sei in erster Linie ein Hobby, es mache ihnen Spaß, Neues auszuprobieren. Zudem sei es faszinierend die Objekte, die man zunächst nur am Computer sieht, schlussendlich in den Händen halten zu können.

3D-Drucker in Arbeit

Innerhalb weniger Tage druckten die beiden Studenten Rahmen für insgesamt 20 Gesichtsschutzschilder. Hierbei betrug die Druckdauer eines Rahmenteils zwischen ein bis vier Stunden. „Dies ist von den Druckereinstellungen abhängig“, so Daniel Bürger.

Benötigte Rahmenteile aus dem 3d-Drucker für ein Schutzvisier auf hölzernen Untergrund.

Fertige Rahmenteile aus dem 3D-Drucker für ein Schutzvisier. (Bild: Daniel Bürger)

Die Druckdauer ist von der Schichtstärke, der Struktur des Bauteils und der Düsengröße des Druckers abhängig. Je feiner die Schichtstärke und je detaillierter das Bauteil ist, desto länger ist die benötigte Druckdauer. Der Düsendurchmesser kann zwischen 0.1 mm bis 1.2 mm variieren. Die Qualität des Bauteils nimmt mit steigendem Durchmesser ab.

Um die Kosten für die Rahmen machten sich die beiden Studenten keine Sorgen. „Der Kilopreis der verwendeten Materialien liegt zwischen 20 € und 40 €. Ein Gesichtsschutzrahmen wiegt nach fertigem Druck 50 g. Somit liegen die Kosten für einen Rahmen bei ca. 1-2 €.“, erklärt Daniel Bürger. Außerdem werde über eine Rückerstattung der Materialkosten mit den Gremien des Zivilschutzes gesprochen.

Ziel nach sieben Tagen erreicht

Schon nach einer Woche war das Ziel von 2.000 Gesichtsschutzvisieren erreicht. Fritz Pörnbacher, sei von der Resonanz schlichtweg überwältigt gewesen. Es mache ihn stolz, dass über 50 Freiwillige bei der Hilfeaktion mitgewirkt haben. Die Visiere werden nun verteilt.