Lesedauer: 6 Minuten

Autonome Fahrzeuge, wie von Tesla faszinieren seit einiger Zeit die Welt. Busse, die ohne Fahrer unterwegs sind. Züge, in denen Fahrgäste jetzt sitzen, wo früher die Lokführer*innen waren.
Welche Vorteile bieten autonom betriebene öffentliche Verkehrsmittel? Ist die Technik schon besser als die Fahrer*innen?

 

Fahrerlose Züge sind nichts Neues

Im Jahr 1983 nahm die Stadt Lille in Frankreich ihren ersten fahrerlosen U-Bahn-Zug in Betrieb. Seitdem transportiert dieser Zug jedes Jahr über 100 Millionen Passagiere in Nordfrankreich. Aber: In den letzten 40 Jahren haben nur 15 weitere Städte automatisierte Zugsysteme eingeführt. Einer von den Städten ist Nürnberg. Hier ist die automatisierte U-Bahn bereits seit über zehn Jahren im Einsatz.

 

Lok ohne Führer*innen

Automatisierte U-Bahnen setzen fortschrittliche Technologien für einen sicheren und effizienten Betrieb ein. Ein Kontroll- und Kommunikationssystem überwacht den Zug mithilfe von Sensoren und Kameras.
Ein Beispiel hierfür ist, dass Sensoren Hindernisse schneller erkennen können als Menschen. Dies liegt daran, dass sie elektromagnetische Wellen verwenden, die unabhängig von der Umgebungsbedingungen wie Lichtverhältnisse oder schlechtem Wetter funktionieren.
Die Signaltechnologie übermittelt Geschwindigkeits- und Routeninformationen an das automatische Zugsteuersystem. Dieses System nutzt künstliche Intelligenz, um optimale Geschwindigkeiten zu berechnen und sie an die Streckenbedingungen anzupassen.
Eine automatische Steuerung öffnet und schließt die Türen präzise und stoppt bei Hindernissen. Das erhöht die Sicherheit der Fahrgäste. Insgesamt reduzieren automatisierte U-Bahnen den Energieverbrauch. Die automatisierte Linie U2 und U3 der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) beispielsweise, verkehrt in einem Abstand von 100 Sekunden. Dies ist eine Verdopplung im Vergleich zur Linie U1, die von einem Fahrer gesteuert wird.

 

Busse die „sehen“ können

Anders als Züge sind Busse auf Straßen unterwegs. Daher gibt es mehr Faktoren zu beachten, wie Fußgänger, Radfahrer und Autos.
Dennoch ist der erste fahrerlose Bus in Edinburgh, Schottland seit Anfang 2023 im Einsatz. Der autonome Bus, der mit zahlreichen Sensoren ausgestattet ist, fährt allerdings nur auf einer „vorab ausgewählten Route“.
Das bedeutet – der Bus folgt einer vordefinierten oder vorprogrammierten Route, die auf digitalen Karten, GPS-Daten und einem Navigationssystem basiert.
Der Bus fährt in einem halb Stunden – Takt über eine Strecke von 22,5 Kilometern von der Station „Edinburgh Park“ bis zur Station „Ferrytoll“.
Zwei Mitarbeiter*innen arbeiten im Bus. Der Sicherheitsfahrer*innen überwacht die Technik vom Fahrersitz aus und die Buskapitän*innen ist für die Tickets und Fragen von den Fahrgästen zuständig.

Auch in Deutschland fahren autonome Shuttle-Bus-Services bereits in verschiedenen Städten, wie Berlin oder Bad Birnbach in. Der Unterschied besteht darin, dass diese elektrischen Shuttles im Vergleich zu „normalen“ Bussen kleiner sind und kein Lenkrad besitzen.
Der autonome Shuttle fährt zunächst nur auf bestimmten Strecken. In Berlin, transportiert er beispielsweise nur Besucher auf dem „Campus Mitte Berliner Charité“. In Bad Birnbach verbindet der Shuttle den Bahnhof mit dem Marktplatz. Auf einer Strecke von 2,6 Kilometern, fährt der Bus in einem Abstand von 30 Minuten. Bis jetzt hat der Shuttle über 60.000 Fahrgäste von A nach B gefahren.

 

Zwischen Vision und Realität der öffentlichen Verkehrsmittel

Der Zweck öffentlicher Verkehrsmittel ist, eine günstige und umweltfreundliche Möglichkeit der Fortbewegung für alle anzubieten. Sie, entlasten den Verkehr, reduzieren den Schadstoffausstoß und verbessern die Zugänglichkeit für alle Bevölkerungsgruppen. Selbstfahrende öffentliche Verkehrsmittel könnten diese Vorteile stärken, da sie effizienter sind und den Verkehrsfluss optimieren können.
Jedoch hindern hohe Kosten, technologische Komplexität und Sicherheitsbedenken, die umfassende Einführung autonomer Fahrzeuge. Die Integration der Verkehrsmittel erfordert zuverlässige Sensoren und komplexe Steuerungssysteme zur Gewährleistung eines sicheren Betriebs.

Trotz vieler Vorteile stehen autonome öffentliche Verkehrsmittel vor technologischen, finanziellen und soziokulturellen Hindernissen. Fragen der Sicherheit und Integration in bestehende Verkehrsinfrastrukturen müssen noch beantwortet werden, um ihre flächendeckende Einführung und reibungslosen Betrieb zu ermöglichen.

 

Quelle:

https://safe-intelligence.fraunhofer.de/artikel/fahrerlose-schienenfahrzeuge-autonom-ueber-stadt-und-land

https://www.wionews.com/world/worlds-first-driverless-buses-to-start-running-in-scotland-579423

https://nachhaltigkeit.deutschebahn.com/de/massnahmen/shuttle-bus

https://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/bvg_und_charite_testen_autonome_kleinbusse/

https://www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressemitteilungen/uebersicht-selbstfahrende-metros-europa/

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Elektromobilität – der richtige Weg für den Kilmaschutz?

Dashcams – Erlaubt oder nicht?

Electric Buses: The Future of Green Public Transportation? 

50 Jahre U-Bahn in München – Ein Rückblick

0 0 votes
Article Rating

About Post Author